{"id":254,"date":"2018-07-08T14:13:39","date_gmt":"2018-07-08T12:13:39","guid":{"rendered":"http:\/\/baustelle.evolutionsweg.de\/?p=254"},"modified":"2022-10-09T20:01:37","modified_gmt":"2022-10-09T18:01:37","slug":"wie-funktioniert-eigentlich-evolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wie-funktioniert-eigentlich-evolution\/","title":{"rendered":"Wie \u201efunktioniert\u201c eigentlich Evolution?"},"content":{"rendered":"<p>Evol\u00adu\u00adtion bezeich\u00adnet die <strong>Ver\u00e4n\u00adder\u00adung der Arten im Laufe der Zeit<\/strong>. Bis Mitte des 19. Jahrhun\u00adderts herrschte die \u00dcberzeu\u00adgung, dass alle auf der Erde vorhandenen Arten von Lebewesen \u201eschon immer\u201c dagewesen und, abgese\u00adhen von gerin\u00adgen Vari\u00adab\u00adil\u00adit\u00e4ten, unver\u00ad\u00e4n\u00adder\u00adlich seien. Im Jahre 1859 ver\u00f6f\u00adfent\u00adlichte Charles Darwin sein epochales Werk \u201eOn the Origin of Species\u201c, in dem er seine Theorie zur Entstehung der Arten darlegte. Mit gerin\u00adgen Anpas\u00adsun\u00adgen gilt sie auch heute&nbsp;noch.<\/p>\n<details>\n<summary><span class=\"\u00dc2\">Muta\u00adtionen f\u00fchren zu ver\u00e4nder\u00adten Merkmalen<\/span><\/summary>\n<p>Die <strong>Erbsub\u00adstanz<\/strong> aller Lebewesen ist kontinu\u00adier\u00adlich kleinen <strong>Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen<\/strong> unter\u00adwor\u00adfen. Wenn sie sich, z.B. vor der Teilung von Zellen, vervielf\u00e4ltigt, wird sie nicht immer v\u00f6llig identisch reproduziert, sondern es treten zuwei\u00adlen Abweichun\u00adgen (Synthese\u00adfehler) auf, die prin\u00adzipi\u00adell nicht vermieden werden k\u00f6nnen. Man bezeich\u00adnet diese als Mutationen.<\/p>\n<p>Diese Abweichun\u00adgen bewirken, wenn sie an die Nach\u00adkom\u00admen weit\u00adergegeben werden, meistens keinen Unter\u00adschied. Manch\u00admal verursachen sie aber auch kleine oder gr\u00f6\u00dfere Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen, z.B. im Stoffwech\u00adsel, im Ausse\u00adhen oder im Verhalten.<\/p>\n<\/details>\n<details>\n<summary><span class=\"\u00dc2\">Merk\u00admale unter\u00adlie\u00adgen einer Selektion<\/span><\/summary>\n<p>Diese Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen k\u00f6nnen dem Lebewesen einen Vorteil bieten, sie k\u00f6nnen aber auch neut\u00adral sein oder sogar Nachteile brin\u00adgen. In den letzten beiden F\u00e4llen ist die Chance, dass sie sich verbreiten, also auf eine Vielzahl an Nach\u00adkom\u00admen vererbt werden, gering.<\/p>\n<p><span class=\"vertieft\">Insbeson\u00addere wenn die Ver\u00e4n\u00adder\u00adung mit Nachteilen einhergeht, werden die betro\u00adf\u00adfenen Indi\u00adviduen sich gegen\u00fcber den Wettbe\u00adw\u00ader\u00adbern in ihrer \u00f6kolo\u00adgis\u00adchen Umge\u00adbung weni\u00adger gut durch\u00adset\u00adzen k\u00f6nnen und zugrunde gehen oder zumind\u00adest einen geringeren Fort\u00adp\u00adflan\u00adzung\u00adser\u00adfolg haben. Sind die negat\u00adiven Auswirkun\u00adgen sehr gravi\u00ader\u00adend, f\u00fchrt das zum Auss\u00adter\u00adben der Tr\u00e4ger dieser Muta\u00adtion. Bis zur Einf\u00fchrung der modernen Medizin galt das auch f\u00fcr nachteilige Muta\u00adtion\u00adsereign\u00adisse beim Menschen.<\/span><\/p>\n<p>Wenn die durch die Muta\u00adtion bewirk\u00adten Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen \u201cneut\u00adral\u201d sind, werden sie im Rahmen der Vermehrung des Indi\u00advidu\u00adums ganz normal weit\u00aderver\u00aderbt. Wenn sie sogar&nbsp;<strong>Vorteile<\/strong> brin\u00adgen, hat das betro\u00adf\u00adfene Lebewesen eine h\u00f6here Wahr\u00adschein\u00adlich\u00adkeit, sich zu vermehren und viele Nach\u00adkom\u00admen zu zeugen. Damit wird auch die Muta\u00adtion <strong>auf viele Nach\u00adkom\u00admen \u00fcber\u00adtra\u00adgen<\/strong>. <span class=\"vertieft\">Naturgem\u00e4\u00df sind Muta\u00adtionen, die posit\u00adive Auswirkun\u00adgen haben, sehr viel seltener als die mit negativen.<\/span><\/p>\n<p>Die Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen vollziehen sich also keineswegs gezielt, sondern ganz <strong>zuf\u00e4l\u00adlig<\/strong> und v\u00f6llig <strong>ungerichtet<\/strong>. Allerd\u00adings werden sie im Genbe\u00adst\u00adand einer Popu\u00adla\u00adtion stabil\u00adis\u00adiert, wenn sie unter den gegebenen Umwelt\u00adbedin\u00adgun\u00adgen einen Vorteil, zumind\u00adest aber keinen Nachteil brin\u00adgen. Dies bezeich\u00adnet man als <strong>Selektion<\/strong>.<\/p>\n<div class=\"plusbox\">\n<h4>Beispiel 1: Evolution der Eisb\u00e4ren<\/h4>\n<p>Nach heut\u00adi\u00adgem Wissensstand f\u00fchrte eine Muta\u00adtion in der Eizelle einer (im seinerzeit von Schnee und Eis bedeck\u00adten Irland lebenden) Braun\u00adb\u00e4rin vor ca. 400000 bis 900000 Jahren dazu, dass sie einen Nach\u00adkom\u00admen mit wei\u00dfem Fell hervor\u00adbrachte. Dieser vererbte die Muta\u00adtion an einige seiner Nach\u00adkom\u00admen, diese wiederum an einige der ihren und so weiter. Die wei\u00dfen B\u00e4ren hatten gegen\u00fcber den braunen B\u00e4ren deut\u00adliche Vorteile beim Beute\u00adfang, da sie besser getarnt waren und sich besser anschleichen konnten. Dadurch waren sie besser gen\u00e4hrt und insges\u00adamt ges\u00fcnder, so dass sie h\u00e4ufi\u00adger das fort\u00adp\u00adflan\u00adzungs\u00adf\u00e4hige Alter erreichten und mehr Nach\u00adkom\u00admen zeugen konnten als braune B\u00e4ren. Der durch die Umwelt\u00adbedin\u00adgun\u00adgen der B\u00e4ren gegebene Selektionsdruck f\u00f6rderte also die Verbreit\u00adung der Muta\u00adtion, die wei\u00dfe Fell\u00adfarbe verursachte. Bald lebten in den n\u00f6rd\u00adlichen Regionen nur noch wei\u00dfe B\u00e4ren.&nbsp;(Achtung: Die wei\u00dfe Fell\u00adfarbe ist keine Auswirkung eines Albin\u00adis\u00admus, was an der fast schwar\u00adzen Haut\u00adfarbe der Eisb\u00e4ren gut zu erkennen ist.)<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"plusbox\">\n<h4>Beispiel 2: Entwicklung des&nbsp;Auges<\/h4>\n<p>Die ersten Lebewesen und Einzeller (sie lebten im Wasser der Ozeane) hatten noch nicht die M\u00f6glich\u00adkeit, hell und dunkel zu unter\u00adscheiden. Irgend\u00adwann entwick\u00adel\u00adten sich in ihrer Zell\u00admem\u00adbran Proteine, die sich bei Lichtein\u00adstrahlung ver\u00e4ndern (sogenan\u00adnte <strong>Photopig\u00admente<\/strong> oder Opsine). Mit ihrer Hilfe konnten die Einzeller Helligkeit wahrneh\u00admen und sich, wenn die Sonnenein\u00adstrahlung stark war, in tiefere Wasser\u00adschichten oder schat\u00adtige Regionen zur\u00fcck\u00adziehen. Auf diese Weise sch\u00fctzten sie ihre Erbsub\u00adstanz vor der sch\u00e4d\u00adlichen UV-Strahlung, was ihnen einen Selektions\u00advorteil brachte.<br>\nIm weit\u00aderen Verlauf der Evol\u00adu\u00adtion sammelten sich die lichtem\u00adpfind\u00adlichen Proteine an einer Stelle der Zell\u00admem\u00adbran. Eine solche Konstruk\u00adtion mit <strong>Augen\u00adfleck<\/strong> ist bei den einzel\u00adli\u00adgen Augen\u00adtier\u00adchen (Euglena) heute noch zu beobachten. Im Gegensatz zur zuf\u00e4l\u00adli\u00adgen Bewe\u00adgung, die die oben erw\u00e4h\u00adnten Einzeller in dunk\u00adlere Gefilde brachte, erm\u00f6g\u00adlicht die Konzen\u00adtra\u00adtion der Photopig\u00admente an einem Pol der Zelle eine <em>gezieltere<\/em> Bewe\u00adgung weg vom Licht \u2013 oder auch hin zum Licht, also in Gebi\u00adete, wo Plank\u00adton und Algen gedei\u00adhen, die dem Tier\u00adchen als Nahrung dienen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-288\" src=\"http:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-1024x357.jpg\" alt width=\"500\" height=\"174\" srcset=\"https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-1024x357.jpg 1024w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-300x105.jpg 300w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-768x268.jpg 768w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-150x52.jpg 150w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-1150x400.jpg 1150w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01.jpg 1992w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\"><\/p>\n<p class=\"Bildunterschrift\"><strong>Euglena (Augen\u00adtier\u00adchen).<\/strong> Der Augen\u00adfleck liegt am vorderen Zell\u00adpol neben dem Gei\u00dfelap\u00adparat. W\u00e4hrend sich das Tier\u00adchen bewegt, rotiert es st\u00e4ndig um seine L\u00e4ng\u00adsachse. Dabei beschat\u00adtet der Augen\u00adfleck peri\u00adodisch den neben dem Gei\u00dfels\u00e4ckchen liegenden Lichtrezeptor. Auf diese Weise kann das Tier\u00adchen die Rich\u00adtung des Lichtein\u00adfalls ermitteln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/5\/5e\/Euglena_gracilis.svg\">https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/5\/5e\/Euglena_gracilis.svg<\/a>; By Benutzer:SuckXez in der Wiki\u00adpe\u00addia; Bild wurde sp\u00e4ter (als <span class=\"caps\">SVG<\/span>, am 31.10.2008, 22:32 <span class=\"caps\">MEZ<\/span>) erneut hoch\u00adge\u00adladen [Public domain], via Wiki\u00adme\u00addia Commons.&gt;\/p&gt;<\/p>\n<p>Viele mehrzel\u00adli\u00adgen Organ\u00adis\u00admen, darunter Qual\u00adlen, Seesterne und einige Wurmarten, besitzen <strong>Flachau\u00adgen<\/strong> \u2013 eine Anzahl flach angeord\u00adneter Lichtsin\u00adneszel\u00adlen, die von einer Seite durch Pigmentzel\u00adlen vor Lichtein\u00adfall gesch\u00fctzt sind.<br>\nEine Vertie\u00adfung der Zellober\u00adfl\u00e4che im Bereich der Photopig\u00admente, das sogenan\u00adnte <strong>Bech\u00aderauge<\/strong>, erm\u00f6g\u00adlichte durch den Schat\u00adten\u00adwurf des Randes eine noch bessere Wahrnehmung der Rich\u00adtung, aus der Licht auf das Auge trifft. Wenn nun pl\u00f6tz\u00adlich ein Schat\u00adten den eben noch beleuchteten Bereich des Pigment\u00adbech\u00aders traf, empfahl sich die gezielte Flucht weg von dem Verursacher des Schat\u00adtens, der m\u00f6glich\u00ader\u00adweise ein R\u00e4uber war. Eine solche Konstruk\u00adtion ist heute noch bei vielen wasser\u00adlebenden Organ\u00adis\u00admen vorhanden, z.B. bei Stru\u00addel\u00adw\u00fcrmern und Napfschnecken.<br>\nIm Lauf der weit\u00aderen Entwicklung st\u00fclpte sich der Pigment\u00adbecher immer weiter ein, es entstand ein <strong>Loch\u00adkam\u00ader\u00adaauge<\/strong>, das zwar sehr lichtschwach war, daf\u00fcr aber Helligkeit\u00adsun\u00adter\u00adschiede umso sch\u00e4r\u00adfer wahrneh\u00admen konnte.<br>\n<span style=\"font-family: 'Segoe UI', Arial, sans-serif;\">Die Entwicklung einer gelat\u00adin\u00f6sen <strong>Linse<\/strong> im Innern des Auges, die eine Brechung des Lichts beim Eintritt in den Augap\u00adfel bewirkte, erm\u00f6g\u00adlichte es, auch bei etwas weit\u00aderer \u00d6ffnung noch scharf zu sehen \u2013 mit dem Vorteil eines insges\u00adamt deut\u00adlich helleren Bildes. Augen dieses Bauplans sind heute sehr weit verbreitet \u2013 unter anderem erfreuen wir Menschen uns&nbsp;daran.<\/span><\/p>\n<p>Auf jeder Stufe der Entwicklung brachte das \u201eAuge\u201c seinem Besitzer also Vorteile, die zu h\u00f6herem Fort\u00adp\u00adflan\u00adzung\u00adser\u00adfolg und damit zur Stabil\u00adis\u00adier\u00adung des jewei\u00adli\u00adgen Status quo in der Popu\u00adla\u00adtion f\u00fchrten. Dieser wiederum bildete die Basis f\u00fcr neue, forts\u00adch\u00adrit\u00adt\u00adlichere Entwicklungen.<br>\nAllerd\u00adings war die Augen\u00adentwicklung kein linearer Prozess, sodass verschiedene Tier\u00adgrup\u00adpen unter\u00adschied\u00adliche Augen entwick\u00adelt haben, die zwar prin\u00adzipi\u00adell \u00e4hnlich funk\u00adtionieren, aber nicht exakt gleich aufge\u00adbaut sind oder aus den gleichen Embry\u00adon\u00adal\u00adgeweben hervorge\u00adhen. So ist das Kopff\u00fc\u00dflerauge (Kraken, Poly\u00adpen) dem S\u00e4ugeti\u00aderauge deut\u00adlich \u00fcber\u00adle\u00adgen, obwohl es entwicklungs\u00adgeschicht\u00adlich \u00e4lter ist. Man spricht in solchen F\u00e4llen von <strong>\u201ekonver\u00adgenter Evol\u00adu\u00adtion\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-289 alignnone\" src=\"http:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01-856x1024.jpg\" alt width=\"400\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01-856x1024.jpg 856w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01-251x300.jpg 251w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01-768x919.jpg 768w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01-125x150.jpg 125w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01.jpg 1340w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\"><\/p>\n<p class=\"Bildunterschrift\"><strong>Augen\u00adtypen bei Weichtieren.<\/strong> Sie repr\u00e4sen\u00adtieren verschiedene evol\u00adu\u00adtion\u00e4re Stufen der Augenentwicklung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Stages_in_the_evolution_of_the_eye_(de).png&amp;filetimestamp=20080518115135#filelinks\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Stages_in_the_evolution_of_the_eye_(de).png<span class=\"amp\">&amp;<\/span>filetimestamp=20080518115135#filelinks<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen der Erbsub\u00adstanz finden also st\u00e4ndig und \u00fcber\u00adall statt, und daraus entstehende Merk\u00admale unter\u00adlie\u00adgen einer Selektion. Insbeson\u00addere <strong>ver\u00e4nderte Umwelt\u00adbedin\u00adgun\u00adgen<\/strong> erh\u00f6hen den Selektionsdruck auf Organ\u00adis\u00admen. Beis\u00adpiele sind Klimaver\u00ad\u00e4n\u00adder\u00adungen (infolge von Eiszeiten, Vulkanaus\u00adbr\u00fcchen, Meteror\u00aditeneinsch\u00adl\u00e4\u00adgen), aber auch Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen der anderen, im selben Lebens\u00adraum vorkom\u00admenden Lebewesen, die im Wettbe\u00adw\u00aderb um dies\u00adel\u00adben Ressourcen stehen oder zu deren Nahrung ein Organ\u00adis\u00admus geh\u00f6rt.<\/p>\n<\/details>\n<details>\n<summary><span class=\"\u00dc2\">Entstehung neuer&nbsp;Arten<\/span><\/summary>\n<p>Zun\u00e4chst entstehen durch solche Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen jedoch noch keine neuen Arten, sondern ledig\u00adlich <strong>Vari\u00adet\u00e4ten<\/strong>. Zur Entstehung einer <strong>neuen Art<\/strong> kommt es erst, wenn die Indi\u00adviduen verschiedener Vari\u00adet\u00e4ten sich nicht mehr mitein\u00adander fort\u00adp\u00adflan\u00adzen k\u00f6nnen (Inkom\u00adpat\u00adib\u00adil\u00adit\u00e4t). Dies kann auf sehr verschiedenen Mech\u00adan\u00adis\u00admen beruhen, die prin\u00adzipi\u00adell zu einer der beiden folgenden Situ\u00adationen f\u00fchren:<\/p>\n<ol>\n<li>Eine Eizelle der einen Vari\u00adet\u00e4t kann nicht von einer Samen\u00adzelle der anderen Vari\u00adet\u00e4t befruchtet werden \u2013 es entsteht also <strong>keine Zygote<\/strong>.<\/li>\n<li>Eine Befruch\u00adtung ist zwar m\u00f6glich, aber aus der Zygote entsteht entweder <strong>kein lebens\u00adf\u00e4hi\u00adger Organ\u00adis\u00admus<\/strong>, oder der Organ\u00adis\u00admus lebt zwar, ist aber sein\u00ader\u00adseits <strong>nicht zur Fort\u00adp\u00adflan\u00adzung f\u00e4hig<\/strong>.<\/li>\n<\/ol>\n<p><span class=\"vertieft\">Der erste Fall ist zum Beis\u00adpiel gegeben, wenn sich bei zwei Vari\u00adet\u00e4ten einer Pflan\u00adzenart der Zeit\u00adpunkt der Bl\u00fcte so stark verschoben hat, dass die weib\u00adlichen Bl\u00fcten der einen Vari\u00adet\u00e4t bereits verbl\u00fchen, bevor die Pollen der anderen reif sind. Beis\u00adpiele aus dem Tier\u00adreich sind Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen im Balzver\u00adhal\u00adten oder der Fort\u00adp\u00adflan\u00adzung\u00adsor\u00adgane, die dazu f\u00fchren, dass Tiere sich nicht mehr mitein\u00adander paaren wollen oder k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"vertieft\">Ein bekan\u00adntes Beis\u00adpiel f\u00fcr den zweiten Fall ist das Mault\u00adier (es entsteht bei der Kreuzung eines m\u00e4nn\u00adlichen Esels mit einem weib\u00adlichen Pferd) oder der Maulesel (weib\u00adlicher Esel und m\u00e4nn\u00adliches Pferd) \u2013 beide k\u00f6nnen (meist) selbst keine Nach\u00adkom\u00admen mehr zeugen. In den meisten F\u00e4llen gehen die aus inkom\u00adpat\u00adiblen Ei- und Samen\u00adzel\u00adlen hervorgegan\u00adgenen Organ\u00adis\u00admen aber sehr fr\u00fchzeitig zugrunde, beis\u00adpiels\u00adweise infolge von St\u00f6rungen der Chro\u00admo\u00adsomen\u00adver\u00adteilung bei den ersten Zellteilungen.<\/span><\/p>\n<p>Solange sexuelle Interak\u00adtionen zwis\u00adchen den neuen poten\u00adzi\u00adel\u00adlen Arten bestehen, kommt es nur in Ausnah\u00adme\u00adf\u00e4l\u00adlen zur Bildung neuer Arten. <strong>Geograph\u00adis\u00adche Isol\u00ada\u00adtion<\/strong> f\u00f6rdert diesen Prozess. Dies ist z.B. der Fall, wenn Land\u00adbr\u00fccken zwis\u00adchen Inseln oder gar Erdteilen \u00fcber\u00adflutet werden (bei Landle\u00adbewesen) oder umgekehrt, wenn flache Meeres\u00adab\u00adschnitte verlanden (bei Fisc\u00adhen und anderen Meeresbewohnern).<\/p>\n<p>Beson\u00adders in der Folge der <strong>gro\u00dfen Massenaus\u00ads\u00adter\u00adben<\/strong> in der Erdgeschichte kam es zur massiven Bildung neuer Arten: Diese waren besser an die ver\u00e4nder\u00adten Bedin\u00adgun\u00adgen, die das Auss\u00adter\u00adben ausl\u00f6sten, ange\u00adpasst \u2013 und sie konnten die frei werdenden Lebens\u00adr\u00e4ume und \u00f6kolo\u00adgis\u00adchen Nischen besetzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-290 size-full\" src=\"http:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Massenaussterben.gif\" alt width=\"600\" height=\"358\"><\/p>\n<p class=\"Bildunterschrift\"><strong>Entwicklung der Arten\u00adviel\u00adfalt in den letzten 600 Millionen Jahren<\/strong> auf Basis der Unter\u00adsuchung fossiler Meeresor\u00adgan\u00adis\u00admen. Nach jedem Massenaus\u00ads\u00adter\u00adben stieg die Arten\u00adzahl vergleich\u00ads\u00adweise rasch&nbsp;an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.oekosystem-erde.de\/html\/massenaussterben.html\">http:\/\/www.oekosystem-erde.de\/html\/massenaussterben.html<\/a>. Die Darstel\u00adlung ist ver\u00e4ndert nach der englischen Wiki\u00adpe\u00addia (http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Biodiversity, eingese\u00adhen am 2.3.2007) und beruht auf Daten von Rohde, R.A. <span class=\"amp\">&amp;<\/span> Muller, R.A. (2005): \u201cCycles in fossil diversity\u201d. Nature 434: 209\u2013210. Lizenz:&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/GNU-Lizenz_f%C3%BCr_freie_Dokumentation\"><strong><span class=\"caps\">GFDL<\/span><\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>Solche Artb\u00adildung\u00ads\u00adprozesse vollziehen sich \u00fcbri\u00adgens sehr lang\u00adsam. So geht man davon aus, dass zwis\u00adchen der Entstehung einer Vari\u00adet\u00e4t bis zur tats\u00e4ch\u00adlichen Abspal\u00adtung einer neuen Art mehr\u00adere Jahrzehnte bis zu Millionen Jahre verge\u00adhen \u2013 je nach dem, wie rasch die Gener\u00ada\u00adtionen aufein\u00adander folgen und wie die Wech\u00adsel\u00adwirkun\u00adgen im Organ\u00adis\u00admus und mit der Umge\u00adbung&nbsp;sind.<\/p>\n<\/details>\n<details>\n<summary><span class=\"\u00dc2\">Wir fassen zusammen<\/span><\/summary>\n<p>Evol\u00adu\u00adtion ist <strong>kein ziel\u00adgerichteter Prozess<\/strong>, sondern Vari\u00adationen entstehen durch <strong>zuf\u00e4l\u00adlige Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen<\/strong> im Genom von Indi\u00adviduen. Durch Umwelt\u00adbedin\u00adgun\u00adgen werden vorteil\u00adhafte Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen beg\u00fcn\u00adstigt (<strong>Selektion<\/strong>) und vermehren sich, in dem sie an viele Nach\u00adkom\u00admen vererbt werden. F\u00fchren die Ver\u00e4n\u00adder\u00adungen dazu, dass Indi\u00adviduen einer Vari\u00adet\u00e4t sich nur noch unterein\u00adander, aber nicht mehr mit anderen Vari\u00adet\u00e4ten fort\u00adp\u00adflan\u00adzen k\u00f6nnen, ist eine <strong>neue Art<\/strong> entstanden. [<span class=\"caps\">MM<\/span>]<\/p>\n<\/details>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evol\u00adu\u00adtion bezeich\u00adnet die Ver\u00e4n\u00adder\u00adung der Arten im Laufe der Zeit. Bis Mitte des 19. Jahrhun\u00adderts herrschte die \u00dcberzeu\u00adgung, dass alle auf der Erde vorhandenen Arten von Lebewesen \u201eschon immer\u201c dagewesen und, abgese\u00adhen von gerin\u00adgen Vari\u00adab\u00adil\u00adit\u00e4ten, unver\u00ad\u00e4n\u00adder\u00adlich seien. Im Jahre 1859 ver\u00f6f\u00adfent\u00adlichte Charles Darwin sein epochales Werk \u201eOn the Origin of Species\u201c, in dem er seine Theorie zur Entstehung der Arten darlegte. Mit gerin\u00adgen Anpas\u00adsun\u00adgen gilt sie auch heute&nbsp;noch. Muta\u00adtionen f\u00fchren\u2026<\/p>\n<p class=\"continue-reading-button\"> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wie-funktioniert-eigentlich-evolution\/\">\u2026mehr dazu<i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"no","wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-254","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-exkurse"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"gb","enabled_languages":["de","fr","gb","pl"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"fr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"gb":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"pl":{"title":true,"content":true,"excerpt":false}}},"modified_by":"Marianne Mauch","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=254"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/254\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}