{"id":254,"date":"2018-07-08T14:13:39","date_gmt":"2018-07-08T12:13:39","guid":{"rendered":"http:\/\/baustelle.evolutionsweg.de\/?p=254"},"modified":"2022-10-09T20:01:37","modified_gmt":"2022-10-09T18:01:37","slug":"wie-funktioniert-eigentlich-evolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wie-funktioniert-eigentlich-evolution\/","title":{"rendered":"Wie \u201efunktioniert\u201c eigentlich Evolution&nbsp;?"},"content":{"rendered":"<p>Evolu\u00adtion bezeich\u00adnet die <strong>Ver\u00e4n\u00adde\u00adrung der Arten im Laufe der Zeit<\/strong>. Bis Mitte des 19. Jahrhun\u00adderts herr\u00adschte die \u00dcber\u00adzeu\u00adgung, dass alle auf der Erde vorhan\u00adde\u00adnen Arten von Lebe\u00adwe\u00adsen \u201eschon immer\u201c dage\u00adwe\u00adsen und, abge\u00adse\u00adhen von gerin\u00adgen Varia\u00adbi\u00adlit\u00e4\u00adten, unver\u00e4n\u00adder\u00adlich seien. Im Jahre 1859 ver\u00f6f\u00adfent\u00adlichte Charles Darwin sein epochales Werk \u201eOn the Origin of Species\u201c, in dem er seine Theo\u00adrie zur Ents\u00adte\u00adhung der Arten darlegte. Mit gerin\u00adgen Anpas\u00adsun\u00adgen gilt sie auch heute&nbsp;noch.<\/p>\n<details>\n<summary><span class=\"\u00dc2\">Muta\u00adtio\u00adnen f\u00fchren zu ver\u00e4n\u00adder\u00adten Merkmalen<\/span><\/summary>\n<p>Die <strong>Erbsub\u00adstanz<\/strong> aller Lebe\u00adwe\u00adsen ist konti\u00adnuier\u00adlich klei\u00adnen <strong>Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen<\/strong> unter\u00adwor\u00adfen. Wenn sie sich, z.B. vor der Teilung von Zellen, vervielf\u00e4l\u00adtigt, wird sie nicht immer v\u00f6llig iden\u00adtisch repro\u00addu\u00adziert, sondern es treten zuwei\u00adlen Abwei\u00adchun\u00adgen (Synthe\u00adse\u00adfeh\u00adler) auf, die prin\u00adzi\u00adpiell nicht vermie\u00adden werden k\u00f6nnen. Man bezeich\u00adnet diese als Mutationen.<\/p>\n<p>Diese Abwei\u00adchun\u00adgen bewir\u00adken, wenn sie an die Nach\u00adkom\u00admen weiter\u00adge\u00adge\u00adben werden, meis\u00adtens keinen Unter\u00adschied. Manch\u00admal verur\u00adsa\u00adchen sie aber auch kleine oder gr\u00f6\u00dfere Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen, z.B. im Stoff\u00adwech\u00adsel, im Ausse\u00adhen oder im Verhalten.<\/p>\n<\/details>\n<details>\n<summary><span class=\"\u00dc2\">Merk\u00admale unter\u00adlie\u00adgen einer Selektion<\/span><\/summary>\n<p>Diese Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen k\u00f6nnen dem Lebe\u00adwe\u00adsen einen Vorteil bieten, sie k\u00f6nnen aber auch neutral sein oder sogar Nach\u00adteile brin\u00adgen. In den letz\u00adten beiden F\u00e4llen ist die Chance, dass sie sich verbrei\u00adten, also auf eine Viel\u00adzahl an Nach\u00adkom\u00admen vererbt werden, gering.<\/p>\n<p><span class=\"vertieft\">Insbe\u00adson\u00addere wenn die Ver\u00e4n\u00adde\u00adrung mit Nach\u00adtei\u00adlen einher\u00adgeht, werden die betrof\u00adfe\u00adnen Indi\u00advi\u00adduen sich gegen\u00fc\u00adber den Wett\u00adbe\u00adwer\u00adbern in ihrer \u00f6kolo\u00adgi\u00adschen Umge\u00adbung weni\u00adger gut durch\u00adset\u00adzen k\u00f6nnen und zugrunde gehen oder zumin\u00addest einen gerin\u00adge\u00adren Fortp\u00adflan\u00adzung\u00adser\u00adfolg haben. Sind die nega\u00adti\u00adven Auswir\u00adkun\u00adgen sehr gravie\u00adrend, f\u00fchrt das zum Auss\u00adter\u00adben der Tr\u00e4ger dieser Muta\u00adtion. Bis zur Einf\u00fch\u00adrung der moder\u00adnen Medi\u00adzin galt das auch f\u00fcr nach\u00adtei\u00adlige Muta\u00adtion\u00adse\u00adrei\u00adgnisse beim Menschen.<\/span><\/p>\n<p>Wenn die durch die Muta\u00adtion bewirk\u00adten Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen \u00ab&nbsp;neutral&nbsp;\u00bb sind, werden sie im Rahmen der Vermeh\u00adrung des Indi\u00advi\u00adduums ganz normal weiter\u00adve\u00adrerbt. Wenn sie sogar&nbsp;<strong>Vorteile<\/strong> brin\u00adgen, hat das betrof\u00adfene Lebe\u00adwe\u00adsen eine h\u00f6here Wahr\u00adschein\u00adli\u00adch\u00adkeit, sich zu vermeh\u00adren und viele Nach\u00adkom\u00admen zu zeugen. Damit wird auch die Muta\u00adtion <strong>auf viele Nach\u00adkom\u00admen \u00fcber\u00adtra\u00adgen<\/strong>. <span class=\"vertieft\">Natur\u00adgem\u00e4\u00df sind Muta\u00adtio\u00adnen, die posi\u00adtive Auswir\u00adkun\u00adgen haben, sehr viel selte\u00adner als die mit negativen.<\/span><\/p>\n<p>Die Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen voll\u00adzie\u00adhen sich also keines\u00adwegs gezielt, sondern ganz <strong>zuf\u00e4l\u00adlig<\/strong> und v\u00f6llig <strong>unge\u00adrich\u00adtet<\/strong>. Aller\u00addings werden sie im Genbes\u00adtand einer Popu\u00adla\u00adtion stabi\u00adli\u00adsiert, wenn sie unter den gege\u00adbe\u00adnen Umwelt\u00adbe\u00addin\u00adgun\u00adgen einen Vorteil, zumin\u00addest aber keinen Nach\u00adteil brin\u00adgen. Dies bezeich\u00adnet man als <strong>Selek\u00adtion<\/strong>.<\/p>\n<div class=\"plusbox\">\n<h4>Beispiel 1&nbsp;: Evolution der Eisb\u00e4ren<\/h4>\n<p>Nach heuti\u00adgem Wissenss\u00adtand f\u00fchrte eine Muta\u00adtion in der Eizelle einer (im seiner\u00adzeit von Schnee und Eis bedeck\u00adten Irland leben\u00adden) Braunb\u00e4\u00adrin vor ca. 400000 bis 900000 Jahren dazu, dass sie einen Nach\u00adkom\u00admen mit wei\u00dfem Fell hervor\u00adbrachte. Dieser vererbte die Muta\u00adtion an einige seiner Nach\u00adkom\u00admen, diese wiede\u00adrum an einige der ihren und so weiter. Die wei\u00dfen B\u00e4ren hatten gegen\u00fc\u00adber den brau\u00adnen B\u00e4ren deut\u00adliche Vorteile beim Beute\u00adfang, da sie besser getarnt waren und sich besser anschlei\u00adchen konn\u00adten. Dadurch waren sie besser gen\u00e4hrt und insge\u00adsamt ges\u00fcn\u00adder, so dass sie h\u00e4ufi\u00adger das fortp\u00adflan\u00adzung\u00adsf\u00e4\u00adhige Alter erreich\u00adten und mehr Nach\u00adkom\u00admen zeugen konn\u00adten als braune B\u00e4ren. Der durch die Umwelt\u00adbe\u00addin\u00adgun\u00adgen der B\u00e4ren gege\u00adbene Selek\u00adtions\u00addruck f\u00f6rderte also die Verbrei\u00adtung der Muta\u00adtion, die wei\u00dfe Fell\u00adfarbe verur\u00adsachte. Bald lebten in den n\u00f6rd\u00adli\u00adchen Regio\u00adnen nur noch wei\u00dfe B\u00e4ren.&nbsp;(Achtung&nbsp;: Die wei\u00dfe Fell\u00adfarbe ist keine Auswir\u00adkung eines Albi\u00adnis\u00admus, was an der fast schwar\u00adzen Haut\u00adfarbe der Eisb\u00e4\u00adren gut zu erken\u00adnen&nbsp;ist.)<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"plusbox\">\n<h4>Beispiel 2&nbsp;: Entwicklung des&nbsp;Auges<\/h4>\n<p>Die ersten Lebe\u00adwe\u00adsen und Einzel\u00adler (sie lebten im Wasser der Ozeane) hatten noch nicht die M\u00f6gli\u00adch\u00adkeit, hell und dunkel zu unter\u00adschei\u00adden. Irgend\u00adwann entwi\u00adckel\u00adten sich in ihrer Zell\u00admem\u00adbran Proteine, die sich bei Lich\u00adteins\u00adtrah\u00adlung ver\u00e4n\u00addern (soge\u00adnannte <strong>Photo\u00adpig\u00admente<\/strong> oder Opsine). Mit ihrer Hilfe konn\u00adten die Einzel\u00adler Hellig\u00adkeit wahr\u00adneh\u00admen und sich, wenn die Sonne\u00adneins\u00adtrah\u00adlung stark war, in tiefere Wasser\u00adschich\u00adten oder schat\u00adtige Regio\u00adnen zur\u00fc\u00adck\u00adzie\u00adhen. Auf diese Weise sch\u00fctz\u00adten sie ihre Erbsub\u00adstanz vor der sch\u00e4d\u00adli\u00adchen UV-Strah\u00adlung, was ihnen einen Selek\u00adtions\u00advor\u00adteil brachte.<br>\nIm weite\u00adren Verlauf der Evolu\u00adtion sammel\u00adten sich die lich\u00adtemp\u00adfind\u00adli\u00adchen Proteine an einer Stelle der Zell\u00admem\u00adbran. Eine solche Kons\u00adtruk\u00adtion mit <strong>Augen\u00adfleck<\/strong> ist bei den einzel\u00adli\u00adgen Augen\u00adtier\u00adchen (Euglena) heute noch zu beobach\u00adten. Im Gegen\u00adsatz zur zuf\u00e4l\u00adli\u00adgen Bewe\u00adgung, die die oben erw\u00e4hn\u00adten Einzel\u00adler in dunk\u00adlere Gefilde brachte, erm\u00f6\u00adglicht die Konzen\u00adtra\u00adtion der Photo\u00adpig\u00admente an einem Pol der Zelle eine <em>geziel\u00adtere<\/em> Bewe\u00adgung weg vom Licht \u2013 oder auch hin zum Licht, also in Gebiete, wo Plank\u00adton und Algen gedei\u00adhen, die dem Tier\u00adchen als Nahrung dienen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-288\" src=\"http:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-1024x357.jpg\" alt width=\"500\" height=\"174\" srcset=\"https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-1024x357.jpg 1024w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-300x105.jpg 300w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-768x268.jpg 768w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-150x52.jpg 150w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01-1150x400.jpg 1150w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Euglena-01.jpg 1992w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\"><\/p>\n<p class=\"Bildunterschrift\"><strong>Euglena (Augen\u00adtier\u00adchen).<\/strong> Der Augen\u00adfleck liegt am vorde\u00adren Zell\u00adpol neben dem Gei\u00dfe\u00adlap\u00adpa\u00adrat. W\u00e4hrend sich das Tier\u00adchen bewegt, rotiert es st\u00e4n\u00addig um seine L\u00e4ng\u00adsachse. Dabei beschat\u00adtet der Augen\u00adfleck perio\u00addisch den neben dem Gei\u00dfels\u00e4\u00adck\u00adchen liegen\u00adden Lich\u00adtre\u00adzep\u00adtor. Auf diese Weise kann das Tier\u00adchen die Rich\u00adtung des Lich\u00adtein\u00adfalls ermitteln.<br>\nQuelle&nbsp;: <a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/5\/5e\/Euglena_gracilis.svg\">https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/5\/5e\/Euglena_gracilis.svg<\/a>&nbsp;; By Benutzer:SuckXez in der Wiki\u00adpe\u00addia&nbsp;; Bild wurde sp\u00e4ter (als <span class=\"caps\">SVG<\/span>, am 31.10.2008, 22:32 <span class=\"caps\">MEZ<\/span>) erneut hoch\u00adge\u00adla\u00adden [Public domain], via Wiki\u00adme\u00addia Commons.&gt;\/p&gt;<\/p>\n<p>Viele mehr\u00adzel\u00adli\u00adgen Orga\u00adnis\u00admen, darun\u00adter Qual\u00adlen, Sees\u00adterne und einige Wurmar\u00adten, besit\u00adzen <strong>Flachau\u00adgen<\/strong> \u2013 eine Anzahl flach angeord\u00adne\u00adter Licht\u00adsin\u00adnes\u00adzel\u00adlen, die von einer Seite durch Pigment\u00adzel\u00adlen vor Lich\u00adtein\u00adfall gesch\u00fctzt sind.<br>\nEine Vertie\u00adfung der Zello\u00adber\u00adfl\u00e4che im Bereich der Photo\u00adpig\u00admente, das soge\u00adnannte <strong>Beche\u00adrauge<\/strong>, erm\u00f6\u00adglichte durch den Schat\u00adten\u00adwurf des Randes eine noch bessere Wahr\u00adneh\u00admung der Rich\u00adtung, aus der Licht auf das Auge trifft. Wenn nun pl\u00f6tz\u00adlich ein Schat\u00adten den eben noch beleuch\u00adte\u00adten Bereich des Pigment\u00adbe\u00adchers traf, empfahl sich die gezielte Flucht weg von dem Verur\u00adsa\u00adcher des Schat\u00adtens, der m\u00f6gli\u00adcher\u00adweise ein R\u00e4uber war. Eine solche Kons\u00adtruk\u00adtion ist heute noch bei vielen wasser\u00adle\u00adben\u00adden Orga\u00adnis\u00admen vorhan\u00adden, z.B. bei Stru\u00addelw\u00fcr\u00admern und Napfschnecken.<br>\nIm Lauf der weite\u00adren Entwi\u00adck\u00adlung st\u00fclpte sich der Pigment\u00adbe\u00adcher immer weiter ein, es ents\u00adtand ein <strong>Loch\u00adka\u00adme\u00adraauge<\/strong>, das zwar sehr licht\u00adsch\u00adwach war, daf\u00fcr aber Hellig\u00adkeit\u00adsun\u00adter\u00adschiede umso sch\u00e4r\u00adfer wahr\u00adneh\u00admen konnte.<br>\n<span style=\"font-family: 'Segoe UI', Arial, sans-serif;\">Die Entwi\u00adck\u00adlung einer gela\u00adtin\u00f6\u00adsen <strong>Linse<\/strong> im Innern des Auges, die eine Brechung des Lichts beim Eintritt in den Augap\u00adfel bewirkte, erm\u00f6\u00adglichte es, auch bei etwas weite\u00adrer \u00d6ffnung noch scharf zu sehen \u2013 mit dem Vorteil eines insge\u00adsamt deut\u00adlich helle\u00adren Bildes. Augen dieses Bauplans sind heute sehr weit verbrei\u00adtet \u2013 unter ande\u00adrem erfreuen wir Menschen uns&nbsp;daran.<\/span><\/p>\n<p>Auf jeder Stufe der Entwi\u00adck\u00adlung brachte das \u201eAuge\u201c seinem Besit\u00adzer also Vorteile, die zu h\u00f6he\u00adrem Fortp\u00adflan\u00adzung\u00adser\u00adfolg und damit zur Stabi\u00adli\u00adsie\u00adrung des jewei\u00adli\u00adgen Status quo in der Popu\u00adla\u00adtion f\u00fchr\u00adten. Dieser wiede\u00adrum bildete die Basis f\u00fcr neue, fort\u00adschrit\u00adtli\u00adchere Entwicklungen.<br>\nAller\u00addings war die Auge\u00adnent\u00adwi\u00adck\u00adlung kein linea\u00adrer Prozess, sodass verschie\u00addene Tier\u00adgrup\u00adpen unter\u00adschied\u00adliche Augen entwi\u00adckelt haben, die zwar prin\u00adzi\u00adpiell \u00e4hnlich funk\u00adtio\u00adnie\u00adren, aber nicht exakt gleich aufge\u00adbaut sind oder aus den glei\u00adchen Embryo\u00adnal\u00adge\u00adwe\u00adben hervor\u00adge\u00adhen. So ist das Kopff\u00fc\u00df\u00adle\u00adrauge (Kraken, Poly\u00adpen) dem S\u00e4uge\u00adtie\u00adrauge deut\u00adlich \u00fcber\u00adle\u00adgen, obwohl es entwi\u00adck\u00adlung\u00adsges\u00adchicht\u00adlich \u00e4lter ist. Man spricht in solchen F\u00e4llen von <strong>\u201ekonver\u00adgen\u00adter Evolu\u00adtion\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-289 alignnone\" src=\"http:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01-856x1024.jpg\" alt width=\"400\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01-856x1024.jpg 856w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01-251x300.jpg 251w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01-768x919.jpg 768w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01-125x150.jpg 125w, https:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Augentypen_Mollusken-01.jpg 1340w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\"><\/p>\n<p class=\"Bildunterschrift\"><strong>Augen\u00adty\u00adpen bei Weich\u00adtie\u00adren.<\/strong> Sie repr\u00e4\u00adsen\u00adtie\u00adren verschie\u00addene evolu\u00adtion\u00e4re Stufen der Augenentwicklung.<br>\nQuelle&nbsp;: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Stages_in_the_evolution_of_the_eye_(de).png&amp;filetimestamp=20080518115135#filelinks\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Stages_in_the_evolution_of_the_eye_(de).png<span class=\"amp\">&amp;<\/span>filetimestamp=20080518115135#filelinks<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen der Erbsub\u00adstanz finden also st\u00e4n\u00addig und \u00fcberall statt, und daraus ents\u00adte\u00adhende Merk\u00admale unter\u00adlie\u00adgen einer Selek\u00adtion. Insbe\u00adson\u00addere <strong>ver\u00e4n\u00adderte Umwelt\u00adbe\u00addin\u00adgun\u00adgen<\/strong> erh\u00f6\u00adhen den Selek\u00adtions\u00addruck auf Orga\u00adnis\u00admen. Beispiele sind Klima\u00adver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen (infolge von Eiszei\u00adten, Vulka\u00adnaus\u00adbr\u00fc\u00adchen, Mete\u00adro\u00adri\u00adte\u00adnein\u00adschl\u00e4\u00adgen), aber auch Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen der ande\u00adren, im selben Lebens\u00adraum vorkom\u00admen\u00adden Lebe\u00adwe\u00adsen, die im Wett\u00adbe\u00adwerb um diesel\u00adben Ressour\u00adcen stehen oder zu deren Nahrung ein Orga\u00adnis\u00admus geh\u00f6rt.<\/p>\n<\/details>\n<details>\n<summary><span class=\"\u00dc2\">Ents\u00adte\u00adhung neuer&nbsp;Arten<\/span><\/summary>\n<p>Zun\u00e4chst ents\u00adte\u00adhen durch solche Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen jedoch noch keine neuen Arten, sondern ledi\u00adglich <strong>Variet\u00e4\u00adten<\/strong>. Zur Ents\u00adte\u00adhung einer <strong>neuen Art<\/strong> kommt es erst, wenn die Indi\u00advi\u00adduen verschie\u00adde\u00adner Variet\u00e4\u00adten sich nicht mehr mitei\u00adnan\u00adder fortp\u00adflan\u00adzen k\u00f6nnen (Inkom\u00adpa\u00adti\u00adbi\u00adlit\u00e4t). Dies kann auf sehr verschie\u00adde\u00adnen Mecha\u00adnis\u00admen beru\u00adhen, die prin\u00adzi\u00adpiell zu einer der beiden folgen\u00adden Situa\u00adtio\u00adnen f\u00fchren&nbsp;:<\/p>\n<ol>\n<li>Eine Eizelle der einen Variet\u00e4t kann nicht von einer Samen\u00adzelle der ande\u00adren Variet\u00e4t befruch\u00adtet werden \u2013 es ents\u00adteht also <strong>keine Zygote<\/strong>.<\/li>\n<li>Eine Befruch\u00adtung ist zwar m\u00f6glich, aber aus der Zygote ents\u00adteht entwe\u00adder <strong>kein lebensf\u00e4\u00adhi\u00adger Orga\u00adnis\u00admus<\/strong>, oder der Orga\u00adnis\u00admus lebt zwar, ist aber seiner\u00adseits <strong>nicht zur Fortp\u00adflan\u00adzung f\u00e4hig<\/strong>.<\/li>\n<\/ol>\n<p><span class=\"vertieft\">Der erste Fall ist zum Beispiel gege\u00adben, wenn sich bei zwei Variet\u00e4\u00adten einer Pflan\u00adze\u00adnart der Zeit\u00adpunkt der Bl\u00fcte so stark verscho\u00adben hat, dass die weibli\u00adchen Bl\u00fcten der einen Variet\u00e4t bereits verbl\u00fc\u00adhen, bevor die Pollen der ande\u00adren reif sind. Beispiele aus dem Tier\u00adreich sind Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen im Balz\u00adve\u00adrhal\u00adten oder der Fortp\u00adflan\u00adzung\u00adsor\u00adgane, die dazu f\u00fchren, dass Tiere sich nicht mehr mitei\u00adnan\u00adder paaren wollen oder k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"vertieft\">Ein bekanntes Beispiel f\u00fcr den zwei\u00adten Fall ist das Maul\u00adtier (es ents\u00adteht bei der Kreu\u00adzung eines m\u00e4nn\u00adli\u00adchen Esels mit einem weibli\u00adchen Pferd) oder der Maule\u00adsel (weibli\u00adcher Esel und m\u00e4nn\u00adliches Pferd) \u2013 beide k\u00f6nnen (meist) selbst keine Nach\u00adkom\u00admen mehr zeugen. In den meis\u00adten F\u00e4llen gehen die aus inkom\u00adpa\u00adti\u00adblen Ei- und Samen\u00adzel\u00adlen hervor\u00adge\u00adgan\u00adge\u00adnen Orga\u00adnis\u00admen aber sehr fr\u00fch\u00adzei\u00adtig zugrunde, beispiels\u00adweise infolge von St\u00f6run\u00adgen der Chro\u00admo\u00adso\u00admen\u00adver\u00adtei\u00adlung bei den ersten Zellteilungen.<\/span><\/p>\n<p>Solange sexuelle Inter\u00adak\u00adtio\u00adnen zwischen den neuen poten\u00adziel\u00adlen Arten beste\u00adhen, kommt es nur in Ausnah\u00admef\u00e4l\u00adlen zur Bildung neuer Arten. <strong>Geogra\u00adphische Isola\u00adtion<\/strong> f\u00f6rdert diesen Prozess. Dies ist z.B. der Fall, wenn Land\u00adbr\u00fc\u00adcken zwischen Inseln oder gar Erdtei\u00adlen \u00fcber\u00adflu\u00adtet werden (bei Land\u00adle\u00adbe\u00adwe\u00adsen) oder umge\u00adkehrt, wenn flache Meere\u00adsab\u00adsch\u00adnitte verlan\u00adden (bei Fischen und ande\u00adren Meeresbewohnern).<\/p>\n<p>Beson\u00adders in der Folge der <strong>gro\u00dfen Masse\u00adnauss\u00adter\u00adben<\/strong> in der Erdges\u00adchichte kam es zur massi\u00adven Bildung neuer Arten&nbsp;: Diese waren besser an die ver\u00e4n\u00adder\u00adten Bedin\u00adgun\u00adgen, die das Auss\u00adter\u00adben ausl\u00f6s\u00adten, ange\u00adpasst \u2013 und sie konn\u00adten die frei werden\u00adden Lebensr\u00e4ume und \u00f6kolo\u00adgi\u00adschen Nischen besetzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-290 size-full\" src=\"http:\/\/evolutionsweg.de\/wp-content\/uploads\/52_Massenaussterben.gif\" alt width=\"600\" height=\"358\"><\/p>\n<p class=\"Bildunterschrift\"><strong>Entwi\u00adck\u00adlung der Arten\u00adviel\u00adfalt in den letz\u00adten 600 Millio\u00adnen Jahren<\/strong> auf Basis der Unter\u00adsu\u00adchung fossi\u00adler Meere\u00adsor\u00adga\u00adnis\u00admen. Nach jedem Masse\u00adnauss\u00adter\u00adben stieg die Arten\u00adzahl vergleichs\u00adweise rasch&nbsp;an.<br>\nQuelle&nbsp;: <a href=\"http:\/\/www.oekosystem-erde.de\/html\/massenaussterben.html\">http:\/\/www.oekosystem-erde.de\/html\/massenaussterben.html<\/a>. Die Dars\u00adtel\u00adlung ist ver\u00e4n\u00addert nach der engli\u00adschen Wiki\u00adpe\u00addia (http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Biodiversity, einge\u00adse\u00adhen am 2.3.2007) und beruht auf Daten von Rohde, R.A. <span class=\"amp\">&amp;<\/span> Muller, R.A. (2005): \u00ab&nbsp;Cycles in fossil diver\u00adsity&nbsp;\u00bb. Nature 434&nbsp;: 209\u2013210. Lizenz&nbsp;:&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/GNU-Lizenz_f%C3%BCr_freie_Dokumentation\"><strong><span class=\"caps\">GFDL<\/span><\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>Solche Artbil\u00addung\u00adspro\u00adzesse voll\u00adzie\u00adhen sich \u00fcbri\u00adgens sehr lang\u00adsam. So geht man davon aus, dass zwischen der Ents\u00adte\u00adhung einer Variet\u00e4t bis zur tats\u00e4\u00adchli\u00adchen Abspal\u00adtung einer neuen Art mehrere Jahr\u00adzehnte bis zu Millio\u00adnen Jahre verge\u00adhen \u2013 je nach dem, wie rasch die Gene\u00adra\u00adtio\u00adnen aufei\u00adnan\u00adder folgen und wie die Wech\u00adsel\u00adwir\u00adkun\u00adgen im Orga\u00adnis\u00admus und mit der Umge\u00adbung&nbsp;sind.<\/p>\n<\/details>\n<details>\n<summary><span class=\"\u00dc2\">Wir fassen zusammen<\/span><\/summary>\n<p>Evolu\u00adtion ist <strong>kein ziel\u00adge\u00adrich\u00adte\u00adter Prozess<\/strong>, sondern Varia\u00adtio\u00adnen ents\u00adte\u00adhen durch <strong>zuf\u00e4l\u00adlige Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen<\/strong> im Genom von Indi\u00advi\u00adduen. Durch Umwelt\u00adbe\u00addin\u00adgun\u00adgen werden vorteil\u00adhafte Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen beg\u00fcns\u00adtigt (<strong>Selek\u00adtion<\/strong>) und vermeh\u00adren sich, in dem sie an viele Nach\u00adkom\u00admen vererbt werden. F\u00fchren die Ver\u00e4n\u00adde\u00adrun\u00adgen dazu, dass Indi\u00advi\u00adduen einer Variet\u00e4t sich nur noch unte\u00adrei\u00adnan\u00adder, aber nicht mehr mit ande\u00adren Variet\u00e4\u00adten fortp\u00adflan\u00adzen k\u00f6nnen, ist eine <strong>neue Art<\/strong> ents\u00adtan\u00adden. [<span class=\"caps\">MM<\/span>]<\/p>\n<\/details>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evolu\u00adtion bezeich\u00adnet die Ver\u00e4n\u00adde\u00adrung der Arten im Laufe der Zeit. Bis Mitte des 19. Jahrhun\u00adderts herr\u00adschte die \u00dcber\u00adzeu\u00adgung, dass alle auf der Erde vorhan\u00adde\u00adnen Arten von Lebe\u00adwe\u00adsen \u201eschon immer\u201c dage\u00adwe\u00adsen und, abge\u00adse\u00adhen von gerin\u00adgen Varia\u00adbi\u00adlit\u00e4\u00adten, unver\u00e4n\u00adder\u00adlich seien. Im Jahre 1859 ver\u00f6f\u00adfent\u00adlichte Charles Darwin sein epochales Werk \u201eOn the Origin of Species\u201c, in dem er seine Theo\u00adrie zur Ents\u00adte\u00adhung der Arten darlegte. Mit gerin\u00adgen Anpas\u00adsun\u00adgen gilt sie auch heute&nbsp;noch. Muta\u00adtio\u00adnen f\u00fchren\u2026<\/p>\n<p class=\"continue-reading-button\"> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wie-funktioniert-eigentlich-evolution\/\">\u2026mehr dazu<i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"no","wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-254","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-exkurse"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"fr","enabled_languages":["de","fr","gb","pl"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"fr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"gb":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"pl":{"title":true,"content":true,"excerpt":false}}},"modified_by":"Marianne Mauch","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=254"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/254\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/evolutionsweg.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}